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Chronik des Müggelheimer Heimatvereins






Müggelheim, ein Ortsteil des Bezirkes Köpenick, besitzt seit der Eingemeindung keine eigene Gemeindevertretung. Zu DDR-Zeiten fungierte der "WBA" (Wohnbezirksausschuss der Nationalen Front) der Zusammenschluss der Parteien und Massenorganisationen, als Träger des gesellschaftlichen Lebens im Ort. Im Prozess der deutschen Wiedervereinigung 1989/90 lösten sich die Parteien in der ehemaligen DDR auf, damit entfiel auch die Funktion des "WBA".

Endlich war die Möglichkeit gegeben ohne große Schwierigkeiten Vereine zu gründen.

Am 19.April 1990 fanden sich nach umfangreichen Vorbereitungsarbeiten rund 30 Müggelheimer im Dorfklub "Alte Schule" zur konstituierenden Versammlung des "Müggelheimer Heimatverein" zusammen und erklärten gleichzeitig ihren Eintritt. Die Gründung des "Müggelheimer Heimatverein" war damit Ausdruck der neuen politischen Verhältnisse. In der erarbeiteten Satzung stellte sich der Verein u.a. die Aufgabe, "den Heimatgedanken durch Traditionspflege und Geschichtsforschung zu festigen sowie die Förderung der Kultur und der Denkmalpflege in Müggelheim".

Müggelheim wurde 1747 von 20 Familien aus der Pfalz (Odernheim und Oberhausen) gegründet. Es lag also nahe, den Kontakt zu diesen Gemeinden zu suchen und sich auf gemeinsame Spurensuche zu begeben. In der Folgezeit wurden gegenseitige Besuche organisiert, damit die Beziehungen vertieft, und anlässlich des 250-zigsten Bestehens von Müggelheim 1997 in einem Partnerschaftsvertrag zwischen Odernheim und Berlin- Köpenick (stellvertretend für Müggelheim) ihren Niederschlag fand.

Überhaupt war die vom "Müggelheimer Heimatverein" organisierte Festwoche um das Angerfest zu diesem Jubiläum eine Kraft- und Meisterleistung in puncto Organisation und Durchführung kultureller Veranstaltungen für die Bevölkerung und ihre Gäste. So wurde erstmals eine Schleppjagd (mit dem Reitsportverein Köpenick) und eine Old -Timer Rallye (mit dem MG-Club Berlin) durchgeführt. Diese Veranstaltungen fanden einen so großen Anklang, dass seitdem jährlich im Rahmen des Müggelheimer Erntefestes die Schleppjagd und im Juni die Old -Timer Rallye durchgeführt werden.

Das Angerfest und das Erntefest auf dem Dorfanger sollen an den ländlich, bäuerlichen Charakter sowie die damit verbundenen Traditionen Müggelheims erinnern.

2003 stand der Dorfklub als Klubhaus vor dem "Aus". Finanzielle Probleme sollten zu einer Schließung führen. Der Müggelheimer Heimatverein als Partner des BA- Treptow-Köpenick, Kulturamt, übernahm als Nutzer den Dorfklub und damit auch die Verantwortung für die Durchführung des täglichen Betriebes. Die jährlich abgeschlossenen Nutzungsverträge haben bewirkt, dass der Dorfklub für die Müggelheimer Bürger, Vereine, Musikschulen und sonstigen gesellschaftlichen Gruppierungen (darunter auch die Evangelische Kirchengemeinde) als Zentrum der Begegnung erhalten blieb. Jährlich sind 400 bis 500 Belegungen im Dorfklub. Das sind Veranstaltungen des Heimatvereins, aber auch Zusammenkünfte der Parteien, Sprechstunden der Polizei, Musikschulen, Zirkel (Mal-, Näh- und Klöppelzirkel), der Seniorenchor, das Sozialbündnis mit regelmäßigen Veranstaltungen für Senioren, Sprechstunden des Siedlervereins sowie zahlreiche Privatvermietungen für Familienfeiern u.ä.

Zahlreiche Veranstaltungen im Dorfklub haben eine lange Tradition. So etwa die "Dorfklubakademie", hier werden populärwissenschaftliche oder sonst interessierende Themen behandelt, oder die "Galerie im Dorfklub", die im monatlichen Wechsel Werke von Hobby-Malern und -Fotografen bzw.auch von professionellen Künstlern aus Müggelheim bzw. aus dem Bezirk zeigt.

Als weit über den Ort hinausreichend wurde vom Müggelheimer Heimatverein mit einer Gruppe kunstbegeisterter Müggelheimer das "Müggelheimer Kulturwochenende" im Januar 2006 und 2008 im Hotel und Restaurant "Neu-Helgoland" durchgeführt. Hierbei wurde an jeweils 3 Tagen die Werke von 35 Bildenden Künstlern gezeigt und mit ca. 70 Mitwirkenden ein Unterhaltungsprogramm für die Besucher geboten. Alle Beteiligten traten kostenfrei auf.

Da sich der Müggelheimer Heimatverein besonders der Heimatgeschichte verpflichtet fühlt, hat sich eine Gruppe zur AG-Heimatmuseum/Baeyer-Grottewitz-Gedenkstätte zusammengefunden. Bisher wurden die Gegenstände und Dokumente aus der Geschichte des Ortes neu gesichtet und katalogisiert, um sie zu dokumentieren und für thematische Ausstellungen einsetzen zu können. So wurde bereits 2008 unter größtem Interesse der Bevölkerung die Ausstellung "Aus der Geschichte der Behelfsheime in Müggelheim" erarbeitet und im Dorfklub gezeigt. Als nächste folgt in diesem Jahr als Beitrag zu 800 Jahre Köpenick die Ausstellung "Von Odernheim nach Müggelheim, Die Gründung des Dorfes Müggelheim 1747". Weiterhin wurde 2008 die "Woche der Müggelheimer Autoren" mit Ausstellung und Lesungen durchgeführt. Sie hatte zum Inhalt die Ehrung und Erinnerung an Autoren der Vergangenheit (J.J. Baeyer, den Geodäten sowie den Mitbegründer der Wanderbewegung, Dr. Curt Grottewitz, den Schriftsteller und Maler J. Maximilian Avenarius, einen Freund Gerhard Hauptmanns, den Schriftsteller Karl Reiche) sowie acht Autoren und Autorinnen der Gegenwart, die in Lesungen einen kurzen Einblick in ihre wissenschaftliche Arbeit gewährten.

Zum Jahresabschluss führt der Müggelheimer Heimatverein einen Weihnachtsmarkt auf dem Dorfanger durch. Begleitend dazu wird im Dorfklub eine mit viel Liebe vorbereitete weihnachtliche Ausstellung gezeigt (bisher Weihnachtskrippen, Weihnachtpyramiden).

Der Müggelheimer Heimatverein hat zurzeit rund 270 Mitglieder. Er ist damit die zahlenmäßig stärkste Vertretung. Die Mitglieder mit einem Jahresbeitrag von 12.-- €, bilden die finanzielle Grundlage der Arbeit. Das wahre Kapital ist jedoch das ehrenamtliche und freiwillige Engagement der Müggelheimer Bürger.

Stand Februar 2009